DSL-Standards und -Geschwindigkeiten

Was DSL ist, meint heute jeder Internet-Benutzer zu wissen. Doch für was steht die Abkürzung eigentlich? Warum ist sie in manchen Gebieten nicht verfügbar? Und warum ist die Geschwindigkeit auch bei benachbarten Anschlüssen oft unterschiedlich? Der folgende Artikel gibt Auskunft.

Geschichte

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DSL steht für „Digital Subscriber Line“, was auf Deutsch etwa so viel heißt wie „Digitaler Teilnehmeranschluss“. Die Technik wird heute nahezu ausschließlich für schnelle Internet-Verbindungen genutzt. Lediglich in einigen wenigen Firmen ist sie auch in den internen Netzwerken im Einsatz.

Die nahezu flächendeckende Verbreitung der Technik in Deutschland ist das Verdienst der Deutschen Telekom. Seit Ende der 90er Jahre hat sie das DSL-Netz kontinuierlich ausgebaut und erweitert. Ab 1999 vertrieb der Konzern zunächst in den Städten Berlin, Bonn, Köln, Düsseldorf, Frankfurt am Main, Hamburg, München und Stuttgart DSL-Anschlüsse unter dem Markennamen T-DSL. Heute kann die Telekom etwa 94 Prozent der Festnetzanschlüsse in Deutschland mit DSL versorgen, bis Ende 2008 sollen es 96 Prozent werden. Tatsächlich geschaltet sind DSL-Verbindungen ins Internet bei etwa 18,2 Millionen Anschlüssen. Da es etwa 37 Millionen Festnetzanschlüsse in Deutschland gibt, entspricht das etwas mehr als der Hälfte.

Standards und Geschwindigkeiten

Es gibt zwei Arten von DSL-Verbindungen, symmetrische und asymmetrische. Die meisten Provider bieten lediglich eine Asymmetric Digital Subscriber Line (ADSL) an. Bei ihr ist die Geschwindigkeit beim Download von Daten deutlich höher als beim Upload. Bei DSL 6000 von Telekom beispielsweise laufen die Daten vom Internet zum Anwender mit 6.016 kBit pro Sekunde. Der Upstream dagegen vom Kunden ins Internet erfolgt lediglich mit 576 kBit pro Sekunde.

Nur wenige Provider haben auch symmetrisches DSL (SDSL) im Programm, bei dem die Geschwindigkeit in beiden Richtungen identisch ist. Diese Anschlüsse sind in der Regel deutlich teurer als ADSL-Verbindungen und werden in erster Linie von Firmenkunden genutzt.

Der ursprüngliche ADSL-Standard sah Download-Raten von bis zu 8 MBit pro Sekunde und eine Upload-Geschwindigkeit von maximal 1 MBit pro Sekunde vor. Seit 2005 hat die Deutsche Telekom jedoch umgesattelt auf ADSL2+. Diese Technik erlaubt eine theoretische Geschwindigkeit von 25 MBit pro Sekunde im Downstream und bis zu 3,5 MBit im Upstream. In der Praxis sind in Deutschland im Downstream bis zu 16 MBit erreichbar, die Upload-Geschwindigkeit liegt bei etwas über 1 MBit pro Sekunde.

Seit 2006 bietet die Deutsche Telekom auch Anschlüsse mit der noch jungen VDSL-Technik an. Damit lassen sich im Downstream Geschwindigkeiten von maximal 50 MBit pro Sekunde und bis zu etwa 10 MBit pro Sekunde im Upstream erzielen.

Einschränkungen

dsl standard

Telekom gibt bei allen seinen DSL-Angeboten die Geschwindigkeit mit einem „bis zu“ an, also etwa „bis zu 16.000 kbit/s“. Und das aus gutem Grund: Denn bei ADSL2+ erfolgt die Einstellung der tatsächlichen Geschwindigkeit dynamisch. Verschiedene Faktoren können die tatsächlich erreichte Übertragungsrate dämpfen.

Am stärksten wirken sich die Länge des Kabels, also die Entfernung des Anschlusses von der Vermittlungsstelle, und der Durchmesser der Kupferleitung auf die Geschwindigkeit aus. Je länger die Leitung und je dünner das Kabel, desto schlechter fällt die tatsächlich erreichte Übertragungsrate aus.

In der Praxis sind ab einer Leitungslänge von mehr als etwa vier Kilometern Beeinträchtigungen bei der Datenrate spürbar. Aus diesem Grund ist in einigen ländlichen Gebieten kein DSL verfügbar: Die Verbindung zur nächsten Vermittlungsstelle ist einfach zu groß.

Eine weitere Bedingung für die Bereitstellung für DSL ist, dass zwischen Vermittlungsstelle und Teilnehmer-Anschluss durchgängig Kupferleitungen verlegt sein müssen. Über Glasfaserkabel lässt sich DSL nicht realisieren. Da die Deutsche Telekom nach der Wiedervereinigung einige Gebiete in Ostdeutschland (beispielsweise Berlin-Pankow) komplett mit Glasfaser ans Telefonnetz angeschlossen hat, lassen sich hier keine DSL-Anschlüsse installieren. Mittlerweile ist die Telekom jedoch dazu übergegangen, bei großer Nachfrage in diesen Gebieten eine Art Mini-Vermittlungsstellen einzurichten oder sogar parallel zu den Glasfaser- auch noch Kupferkabel zu verlegen.

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