DSL optimieren

Wer gerne an seinem Auto schraubt, um es schöner, schneller oder einfach nur bequemer zu machen, wird auch seinen DSL-Anschluss noch etwas tunen wollen. Viel lässt sich daran jedoch nicht machen – die Einstellungen sind von Telekom bereits optimal gewählt. Die beiden folgenden Tipps allerdings sind zumindest für Power-User hochinteressant.

DSL-Manager installieren

dsl manager

Die Telekom vertreibt auf seiner Website den kostenlosen DSL-Manager. Mit diesem Programm können Sie zwar Ihren DSL-Anschluss nicht schneller machen. Sie haben jedoch die aktuelle Geschwindigkeit stets im Blick, können das übertragene Datenvolumen abrufen und sehen sofort, ob die Verbindung ins Internet einwandfrei funktioniert.

Außerdem zeigt Ihnen die Software an, welche Anwendungen auf Ihrem PC aktuell mit einem Server im Internet Daten austauschen. Auf diese Weise lassen sich Trojaner und andere Schnüffelprogramme, die sich auf Ihrem PC eingenistet haben, recht schnell erkennen.

Der DSL-Manager ist ein umfangreiches Messgerät für den aktuellen Zustand Ihrer DSL-Verbindung. Betrachten Sie das Programm als eine Art nachrüstbaren Drehzahlmesser. Damit wird ein Wagen zwar nicht schneller, Sie haben jedoch seinen Zustand deutlich besser unter Kontrolle.

FastPath bestellen

Bei vielen PC-Spielen können Sie heute übers Internet gegen andere Personen antreten oder auf speziellen Spiele-Servern gegen Monster und fiese Bösewichter kämpfen. Dabei kommt es auf eine schnelle Reaktionszeit an – sowohl von Ihnen, wie auch von Ihrer Internet-Verbindung.

Gemessen wird die Reaktionszeit mit der Ping-Rate. Mit einem einfachen Befehl wird wie mit einem Echolot ein kurzes Signal an den Rechner im Internet geschickt. Der antwortet darauf mit einem ebenso kurzen Signal. Die Zeit bis zum Empfang der Antwort ist die Ping-Rate. Sie bewegt sich normalerweise im Millisekunden-Bereich.

Nur bei einer niedrigen Ping-Rate ist gewährleistet, dass die Anzeige auf Ihrem Monitor den Geschehnissen auf dem Spiele-Server nicht allzu lange hinterher hinkt. Bei einer langsamen Ping-Rate von beispielsweise mehr als 150 Millisekunden kann es passieren, dass Ihre Spielfigur von einem Gegner angegriffen wird, Sie jedoch erst mit einiger Verzögerung darauf reagieren können – einfach weil Sie die Attacke erst mit einigen Zehntelsekunden Verspätung sehen.

fast-path

Abhilfe schafft hier der FastPath-Modus. Dazu eine kurze Erklärung: DSL-Verbindungen arbeiten normalerweise im Interleaving-Modus. Dabei handelt es sich um ein Verfahren zur Fehlererkennung und -korrektur, das Übertragungsfehler und den Verlust von Datenpaketen auf dem Weg bei der Übertragung zwischen Ihrem PC und dem Server Ihres Providers verhindert. Es ist heute in den meisten Fällen nur noch bei besonders langen oder älteren und schlecht abgeschirmten Telefonleitungen erforderlich, wird aber zur Sicherheit standardmäßig eingeschaltet. Dieses Interleaving hat jedoch den Nachteil, dass es die Ping-Rate erhöht.

Wenn Sie viel am Computer spielen, können Sie auf der Website von Telekom den FastPath-Modus bestellen, bei dem das Interleaving abgeschaltet ist. Dadurch erreichen Sie Ping-Raten von etwa zehn bis vierzig Millisekunden. FastPath kostet Sie zusätzlich 1,02 Euro im Monat.

Zwei Einschränkungen gilt es dabei zu beachten: Bei Altbauten und weit abgelegenen Häusern ist der Interleaving-Modus oft notwendig, um eine störungsfreie Datenübertragung zu gewährleisten. Daher führt Telekom nach Ihrer Bestellung zunächst einen Leitungstest durch um festzustellen, ob sich das Interleaving bei Ihrem Anschluss abschalten lässt. Das Ergebnis des Tests bekommen Sie per E-Mail. Zum zweiten ist FastPath für Besitzer eines DSL-16000-Anschlusses von Telekom nicht verfügbar. Grund: Diese Verbindungen garantieren üblicherweise von Haus aus Ping-Zeiten von 40 Millisekunden und weniger.

Update:

FastPath wurde im Oktober 2009 eingestellt und kann nicht mehr zusätzlich bestellt werden.