Jeder Telefonanschluss der Deutschen Telekom ist wahlweise in einer analogen (T-Net) oder einer digitalen ISDN-Ausführung erhältlich. Die ISDN-Variante ist dabei zwar einige Euro teurer, Sie erhalten damit allerdings auch jede Menge zusätzlichen Komfort.
Was ist ISDN?
Die Abkürzung ISDN stand ursprünglich für Integriertes Sprach- und Datennetz. Da jedoch englische Begriffe in der Regel moderner klingen, änderte die Telekom die Bezeichnung später
in Integrated Services Digital Network. Auf Deutsch bedeutet das ungefähr so viel wie „Dienste integrierendes digitales Netz“. Das weist auch gleich auf den Grund hin, aus dem die Technik in Deutschland und der EU eingeführt wurde: Über ISDN kann man nicht nur telefonieren, die Technik lässt sich auch für zahlreiche andere Dienste wie etwa die Übertragung von Fernschreiben oder für Datex-P nutzen.
Zwei Leitungen - mehrere Rufnummern
Wichtiger für die Telefonteilnehmer ist jedoch, dass sich bei einem ISDN-Anschluss zwei parallele Leitungen auf ein normales Kupferkabel schalten lassen.
Das bedeutet beispielsweise, dass Sie auf der einen Leitung telefonieren und auf der anderen gleichzeitig ein Fax versenden oder empfangen können.
Es ist natürlich auch möglich, dass Sie und ein weiteres Familienmitglied zur gleichen Zeit telefonieren. Zusätzlich kann über das gleiche Kabel auch noch eine DSL-Verbindung ins Internet laufen. Bei einem analogen Anschluss hingegen ist immer nur eine Leitung zum Telefonieren nutzbar.
Vorzüge von ISDN gegenüber analogen Telefonanschlüssen Neben den beiden Leitungen bietet ISDN aber noch weitere Vorteile. So bekommen Sie beispielsweise drei Telefonnummern anstatt einer. In der Praxis bedeutet das, dass Sie in Ihrer Wohnung oder Ihrem Haus drei Telefonapparate platzieren können, die alle unter verschiedenen Rufnummern erreichbar sind.
Das ist ideal, wenn Sie beispielsweise einen privaten, einen geschäftlichen und einen Anschluss für Ihre Kinder einrichten möchten. Wahlweise können Sie natürlich auch eine der Nummern für ein Faxgerät verwenden.
Drei Rufnummern sind jedoch noch nicht das Ende der Fahnenstange. Sie können bei T-Home für Ihren Anschluss bis zu zehn Rufnummern beantragen – kostenlos.
Aber beachten Sie: In der Standardkonfiguration stehen Ihnen trotzdem lediglich zwei freie Leitungen zur Verfügung.
Falls Sie jedoch beispielsweise als Geschäftskunde zusätzliche Leitungen benötigen, hält T-Home natürlich auch dafür eine Lösung bereit. Übrigens: Auf Ihrer Telefonrechnung werden die Gespräche über jede Ihrer Rufnummern getrennt aufgeführt.
ISDN-Anschlüsse sind längst zeitgemäß
Ein weiterer Vorteil eines ISDN- gegenüber einem Analog-Anschluss ist die Funktion „Rückruf bei Nichtmelden“. Das funktioniert folgendermaßen: Wenn Sie jemanden anrufen, der Angerufene aber nicht abhebt, geben Sie einen speziellen Code ein. Sobald sich nun innerhalb von 180 Minuten beim anderen Anschluss etwas tut, der gewünschte Gesprächspartner also beispielsweise auflegt, bekommen Sie über das Display Ihres Telefons einen weiteren Anruf bei dieser Nummer angeboten. Falls Sie das bestätigen, wird automatisch die Verbindung aufgebaut.
Die meisten Call & Surf Pakete werden in der Variante ISDN/Universal eingesetzt
Weitere Argumente, die für ISDN-Anschlüsse sprechen, haben im Zeitalter von superschnellen Internet-Verbindungen und Kombi-Tarifen aus Telefonie und Internet kaum noch eine Bedeutung.
So ist die Datenübertragung per ISDN etwas schneller als eine Verbindung mit einem analogen Modem – 64 kBit pro Sekunde anstatt von 56 kBit. Durch Kanalbündelung, also durch Zuschalten auch der zweiten ISDN-Leitung, verdoppelt sich die Geschwindigkeit sogar auf 128 kBit.
Im Vergleich mit aktuellen DSL-Anschlüssen, die locker auf 16.000 kBit und mehr kommen, ist ISDN für den Internet-Zugang jedoch nicht mehr attraktiv.
Zudem ist die Sprachqualität einer digitalen ISDN-Verbindung besser als über eine analoge Leitung. Da jedoch mittlerweile das
gesamte deutsche Festnetz mit digitalen Vermittlungsstellen ausgerüstet ist, die Gespräche also lediglich auf der letzten Meile analog geführt werden, spielt auch dieser Punkt kaum noch eine Rolle.
Die modernen Vermittlungsstellen haben übrigens auch dazu geführt, dass früher exklusive ISDN-Merkmale wie Makeln, Anklopfen oder Übermittlung der eigenen Rufnummer heute auch bei analogen Anschlüssen verfügbar sind.
Fazit
Die vier Euro mehr im Monat für einen ISDN-Anschluss lohnen sich allein schon wegen der zweiten Telefonleitung. Hinzu kommt eine ganze Reihe weiterer Funktionen, die das Telefonieren einfacher und komfortabler machen.